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Als Braugerste (lat Name = Hordeum-Distichum- Nutans) wird,
zumindest in Deutschland, fast ausschliesslich die 2 zeilige, nickende
Sommergerste verwendet.
Diese speziell für den Bierbrauer gezüchteten Getreide haben
die richtige Zusammensetzung an Wasser (max. 15%), aber vor allem an Stärke
(Amylose 20 - 25% und Amylopektin 75 - 80%) und Eiweissgehalt. Das ganze
nenn man auch den Brauwert des Getreides.
Ausserdem erwartet man von diesem Getreide (Was auch Weizen,
Roggen oder auch Dinkel sein kann) auch eine ausreichende Menge an Enzymen.
Diese nennt man auch Biokatalysatoren.
Die Enzyme sind für den Abbau von hoch - mittel und niedermolekularen
wasserunlöslichen Stoffen zu wasserlöslichen Stoffen (z.B. Stärke
in Zucker) verantwortlich.
Zum Teil wird auch mit Wintergerste experimentiert, da diese
z.B. einen höheren Eiweissgehalt hat, was sich vorteilhaft auf die
Schaumbildung auswirken kann. Aber negativ für die Haltbarkeit.
Wie oben beschrieben liegen die Stoffe wie Extrakt und Eiweiss
in unlöslicher Form vor, womit wir zum Mälzen kommen. Grundsätzlich
gilt:
Malz ist künstlich zur Keimung gebrachtes Getreide!
Um im Korn die Enzyme (a- und b-Amylasen, Hemizellulasen,
Proteasen und noch ein paar mehr) zu bilden die die Stoffe in wasserlösliche
Abbauprodukte bringen, wird das Getreide künstlich zur Keimung gebracht.
Hierbei werden die Bedingungen in der Natur kopiert und
über die Parameter Feuchtigkeitsgehalt, Temperatur, Luft und CO2-Verhältnis
und die Zeit, Einfluss genommen, um die Stoffumsätze zu beschleunigen.
Der normale Durchgang einer Cahrge dauert auf diese Art und Weise eine
Woche. Der Vorgang des Weichens und Keimens dauert 6 Tage.
Jetzt muss das "Grünmalz" noch getrocknet
werden ("Darren") um es einmal durch
Verringerung des Wassergehaltes haltbarer zu machen, um den Keimprozess
zu stoppen und um Farb- und Geschmacksstoffe zu bilden (Maillardreaktion
oder sogenannter Streckerabbau = Durch Hitzeeinwirkung
wird in der Verzuckerungsphase beim Malz, etwa bei 70°C, aus Stärke
Zucker und aus Eiweiss Aminosäuren gebildet. Beide Stoffe reagieren
zu den sogeannten Maillardprodukten. Durch diese wird die Farbe und das
Aroma des Malzes bestimmt. Je nach Farbe ergeben sich unterschiedliche
Aromaprofile. Während
die hellen Typen betont malzaromatisch, süß sind, haben dunklere
Farben weniger Malzaroma, dafür aber toffeeartige, nussige oder
schokoladenartige Noten. Der Charakter ist sehr stark von der Farbe abhängig.
Die Melanoidine, Endprodukte der Maillardreaktion haben eine reduzierende
Wirkung. Sie wirken antioxidativ und können die Oxidationsvorgänge
im fertigen Bier verzögern. Ein Alterungsgeschmack tritt
dadurch deutlich später
auf. Karamelmalze sind daher positiv für die Geschmackstabilität
der Biere. Durch die Denaturierung von Eiweißen kann auch eine
Verbesserung des Schaumes festgestellt werden.). Dies geschieht auf
der Darre durch die Luftführung
(Abluft und Zuluft) sowie die Temperatur. Hiebei kann man sich merken;
Je höher die Abdarrtemperatur desto mehr Farb- und
Aromastoffe. Malze für dunkle Biere haben also eine höhere Abdarrtemperatur.
Je höher die Abdarrtemperatur des Malzes ist desto weniger Enzyme
hat dieses, da diese bei hohen Temperaturen kaputt gehen.
Für einige Biere braucht man specielle Färbemalze
(Farbmalz oder Röstmalz). Diese werden aus hellen Malzen hergestellt
und bei besonders hohen Temperaturen (über 200°C) abgedarrt.
Dabei werden auch Bitterstoffe gebildet die man nicht haben will. Farbmalze
aus Weizenmal oder geschälten Gerstenmalz ergeben deshalb einen milderen
Geschmack. Allgemein sollte man aber nur das nötigste an Farbmalz
geben (max. 2 - 3% der Schüttung).
Bei uns sind leider nur schwarze Farbmalze üblich.
Es gibt aber auch helle Biscuitmalt, Amber Malt, Brown Malt, Chocolate
Malt und Black Patent Malt. Diese kann man sich auch Zuhause selbst herstellen.
Eine Anleitung dazu findet Ihr im
Buch vom Hubert Hanghofer`s und Richard Lehrl`s "Bier brauen".
Dann gibt es noch Caramelmalze. Diese fördern die Vollmundigkeit
und den malzigen Charakter des Bieres. Ausserdem sind sie Schaumfördernd.
Bei den Caramalzen ist der Mehlkörper bereits weitgehend verzuckert.
Die anschliessende Abdarrtemperatur entscheidet über das Ausmass
der Caramel und Farbstoffbildung. Helles Caramelmalz wird lediglich bei
55 - 60°C getrocknet dunkle bei 150 - 180°C. Auch hierzu findet
Ihr eine Anleitung zum selber machen in Huberts Buch.
Malze:
- Pilsner Gerstenmalz (EBC 3-4) für alle hellen Biere
wie Pils
- Wiener Gerstenmalz (EBC 5-8) gibt eine kräftige
Farbe und mehr Vollmundigkeit, zu verwenden bei Export oder für
Märzen und Festbiere (auch zum Vermischen mit Pilsner Malz).
- Münchner Gerstenmalz (über 12EBC) für
Biere mit mehr Malzaroma, allgemein für dunkle Biere
- Weizenmalz Hell (EBC 2-4) für helles Weizenbier
aber auch für Kölsch und Altbiere (ungefähr 20% beimischung).
- Weizenmalz Dunkel (EBC 20-25) für dunkle Weizenbiere

- Rauchmalz (EBC 4-6) für Bierspecialitäten wie
z.B. Rauchbier
- Farbmalz bzw. Röstmalz (EBC 1300 - 1500) für
Bierfarbe und Malzaroma
- Caramalze (CaraPils oder Cara Hell oder Caramünch;
20- 60EBC) ergibt mehr Vollmundigkeit im Bier und hat auch positive
Auswirkungen auf den Schaum.
- Sauermalz, dient zum ausgleich von carbonatreichen Brauwässern,
und, fördert die Maischesäuerung auf einen ph von 5,2-5,4.
Schüttung bis 5%. Positive Wirkung auf Geschmack, Schaum und Haltbarkeit.
- Brühmalz, bei Schüttung bis 5% ergibt das Brühmalz
einen besonderen Malzcharakter.
- Spitzmalz erhöht die Schaumhaltbarkeit
- Chocolate Malt, wie erwähnt für Brown
Ales oder Stouts. Gibts bei Bries.
- CARARED (bis zu 25%), 40-50EBC, Erhöhung
der Vollmundigkeit, Intensivierung des Malzaromas, dunklere Bierfarben
rötliche Bierfarbe
- CARAAMBER (bis zu 20%), 60-80EBC, Verbesserung
der Geschmacksstabilität
und der Vollmundigkeit,
Abrundung der Bierfarbe, rötliche Bierfarbe. Optimierung der Maischarbeit
- CARAAROMA (bis zu 20%), 300-400EBC, Erhöhung
der Vollmundigkeit, Intensivierung des Malzaromas,
dunklere Bierfarben, rötliche Bierfarbe
- Gersten/Weizendiastasemalz (nach Bedarf), 3-6EBC,
hohe Enzymkapazität
verbessert Verarbeitung, Aufschluß und Abbau von Stärke
zur Herstellung von Malzextrakten
- Melanoidinmalz (bis zu 20%), 60-80EBC, Verbesserung
der Geschmacksstabilität
und der Vollmundigkeit,
Abrundung der Bierfarbe, Erzielung rötlicher Farbe, Optimierung
der Maischarbeit
- Rauchmalz (bis zu 100%), 3-6EBC, Erzielung des typischen Rauchgeschmackes
- Spitzmalz (max. 20%), 2,5-4,5EBC, Verbesserung
der Schaumstabilität
- Roggenmalz (bis zu 50%), 3-8EBC, typischer aromatischer Roggenmalzgeschmack
(auch als Roggencaramel und Röstmalz zu haben)
In der Brauerei angekommen kann das Malz natürlich
erst durch einen mechanischen Zerkleinerungsprozess weiterverwendet werden.
Das "Schrotten" hat zur Aufgabe, das das Korn mechanisch verkleinert
wird, die Spelze muss aber erhalten bleiben da diese als Filterschicht
für das Abläutern benötigt wird.. Die Spelze muss aber
ausgemahlen werden. Hier gibts es in den Brauereien sogenannte Nassschrotmühlen
(das Korn wird geweicht und dann nu r
gequetscht), oder Trockenschrotmühlen (mit oder ohne Konditionierung.
Das heist die Spelze wird vorm dem Schroten mittels Dampf oder Wasser
elastisch gemacht). Beim Schroten muss man darauf achten das das richtige
Verhältinis von Spelze zu Griess und der Mehlanteil stimmt. Es muss
ein zwischenweg gefunden werden zwischen guter Läuterarbeit (wenig
Fest-und Trübungstoffe) und der späteren Sudhausausbeute. Auserdem
wenn die Spelze zu fein Vermahlen wird ist die Oberfläche höher
und wird mehr ausgelaugt. Dann hat werden mehr unedle Gergstoffe ausgelaugt
die man nicht will. Das geschrotete Malz soll man nicht solange aufbewahren
(höchstens eine Woche), da, sonst durch eventuelle Feuchtigkeitsaufnahme
die Umsetzungsprozesse wieder beginnen und dadurch ein abnehmen des Extraktes
der und seiner Stoffe der Fall wäre. Es empfiehlt sich daher sich
im Zubehörhandel eine eigene Schrottmühle anzuschaffen. Es gibt
verschiedene so ab 60Euro.Dann kann man auch größere Mengen
Malz kaufen und lagern was auch billiger ist. Hier abgebildet seht Ihr
eine Malzquetsche aus Gusseisen. Für kleinere Mengen so bis 5kg ist
diese ausreichend und die Schrotqualität ist auch OK. Für meine
Schüttung von 15-18kg brauche ich damit allerdings immer fast 2Stunden
zum Schroten. Und es ist dann mühselig.
Für ambitionierte Bierbrauer die eben höhere Schüttungen
haben und auch öfters brauen, empfehle ich die Philmill 2. Ist eigentlich
eine sehr einfache Konstruktion, bestehend aus 2 Walzen. Die Schrottqualtiät
ist optimal. Selbst wenn ich sehr fein schrotte habe ich keine Läuterprobleme.
Zu bekommen ist diese Mühle im Zubehörhandel.
Ich habe sie bei Braupartner gekauft.
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